Schülerinnen und Schüler der German International School New York interviewten Holocaust-Überlebende. Aus den Gesprächen entstehen ein Film und ein bilinguales Kinder- und Jugendbuch.

Ein Bericht von Julia Collins, Projektleiterin an der German International School New York.

Im Rahmen des Projekts haben wir, die Schülerinnen und Schüler der Klassen 7a und 7b der German International School New York, in den Monaten November bis Februar sieben Zeitzeugen aus dem Großraum New York an unserer Schule interviewt und gefilmt.

Die sechs Holocaust-Überlebenden und ein Befreier eines Konzentrationslagers kommen ursprünglich aus Deutschland, Österreich, der Tschechoslowakei, Ungarn, Polen und den USA. Sie alle haben ihre Heimatländer in und nach der Zeit des Nationalsozialismus verlassen und leben heute mit ihren Familien in der zweiten und dritten Generation in den USA.

In jeweils 90-minütigen Interviews und bei einem gemeinsamen anschließenden Mittagessen lernten wir die bewegenden Geschichten von Agnes, Alan, Hannah, Esther, Josef, Judith und Peter kennen. Einige von den heute 80 bis 97 Jahre alten Zeitzeugen überlebten die Nazi-Zeit im Versteck, andere konnten mit dem Kindertransport entkommen, wieder andere verbrachten viele Monate im Ghetto und in verschiedenen Konzentrationslagern.

Unter der Anleitung von Rabbi Goldsmith von der Synagoge Emanu-El, dem Holocaust & Human Rights Education Center Westchester, sowie der Historikerin Dr. Weinberger aus Manhattan verfassten wir gemeinsam mit unseren Klassenlehrerinnen Frau Collins und Frau Zose aus den Interviews deutsche und englische Geschichten. In den kommenden Wochen werden wir diese in einem Buch und einem Film veröffentlichen. Danach präsentieren wir beide Kindern und Jugendlichen an unserer Schule und im Großraum New York.

Engagierte Eltern und Großeltern aus unseren beiden Klassen halfen uns beim Filmen, Fotografieren, Dokumentieren und Übersetzen der Geschichten. Einige Eindrücke unserer vergangenen vier Monate findet ihr hier:


Das Projekt wird gefördert im Rahmen des Wettbewerbs „Erinnern für die Gegenwart“. Deutsche Auslandsschulen und Deutsch-Profil-Schulen setzen sich mit ihrer Schulgeschichte und dem historischen Umfeld der Schule auseinander. Wie hat man sich verhalten gegenüber Kolonialismus, Nationalsozialismus, Diktatur oder Menschenfeindlichkeit? Ziel ist, Erinnerungskultur, Toleranz und Demokratieverständnis zu stärken und auch auf heutige Formen der Diskriminierung aufmerksam zu machen. Schülerinnen und Schüler sind an der Projektentwicklung zentral beteiligt.

„Erinnern für die Gegenwart“ ist eine Initiative von Bundesaußenminister Heiko Maas und wird umgesetzt von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung und der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ).

Kategorien: Allgemein

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