Im Projekt der Klasse 11 C der Deutschen Schule Valparaíso dreht sich alles um das Thema „Demokratie in Chile“. Durch die Auseinandersetzung mit der historischen Entwicklung in Chile seit 1973, soll ein Bewusstsein für Demokratie entwickelt sowie die Bedeutung von Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten ergründet werden.

Ein Bericht von Till Pechatscheck, projektleitender Lehrer an der Deutschen Schule Valparaíso in Chile.

Das Projekt motiviert dazu, sich gleichermaßen für die eigenen Rechte und die Rechte anderer einzusetzen, um somit zu einer verantwortungsfördernden demokratischen Bildung der Schülerinnen und Schüler beizutragen.

Die Schülerinnen und Schüler setzten sich mit drei zentralen Fragen auseinander:

  1. Inwieweit wurde während der Diktatur von 1973 bis 1989 die Demokratie unterdrückt?
  2. Inwieweit fand von 1988 bis heute eine Demokratisierung in Chile statt?
  3. Wie können die Schülerinnen und Schüler heute zur Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung einer demokratischen Kultur beitragen?

Das Projekt versteht sich aber nicht nur als rein theoretische Recherche: Am 22. November 2019 haben die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe einen Gedenktag zur demokratischen Kultur organisiert. Hierbei wurde auch der Bogen zur aktuellen Situation in Chile gespannt und damit beispielhaft  Demokratiekultur an der Schule demonstriert.

Unter dem Titel “DSV Informa” waren alle Schülerinnen und Schüler der Oberstufe eingeladen, sich über die aktuellen Ereignisse in Chile zu informieren und gemeinsam Ansätze zu einem konstruktiven Umgang mit der Krise zu erarbeiten.

Koordiniert von Geschichtslehrern arbeiteten die Teilnehmenden zunächst in Gruppen an der Fragestellung “In welchem Ausmaß ist die Krise, die unser Land zur Zeit erlebt, schon vor dreißig Jahren entstanden?”. Die Ergebnisse wurden thesenartig auf Plakaten zusammengefasst und im zweiten Teil der Veranstaltung untereinander präsentiert und diskutiert.

Als Experten zum Thema wurden der Jurist Diego Quilodrán sowie die Jurastudenten und ehemaligen Schüler unserer Schule Florencia Guerrero, Ian Boelken und Erico Kompatzki  eingeladen. Sie unterstützten bei der Erarbeitung einer neuen demokratischen Verfassung sowie einer Menschenrechts-Charta für Chile.

Das große Engagement und die konstruktiven Ideen haben verdeutlicht, welch hohe Bedeutung demokratische Kultur für die Schülerinnen und Schüler der Deutschen Schule Valparaíso hat.


Das Projekt wird gefördert im Rahmen des Wettbewerbs „Erinnern für die Gegenwart“. Deutsche Auslandsschulen und Deutsch-Profil-Schulen setzen sich mit ihrer Schulgeschichte und dem historischen Umfeld der Schule auseinander. Wie hat man sich verhalten gegenüber Kolonialismus, Nationalsozialismus, Diktatur oder Menschenfeindlichkeit? Ziel ist, Erinnerungskultur, Toleranz und Demokratieverständnis zu stärken und auch auf heutige Formen der Diskriminierung aufmerksam zu machen. Schülerinnen und Schüler sind an der Projektentwicklung zentral beteiligt.

„Erinnern für die Gegenwart“ ist eine Initiative von Bundesaußenminister Heiko Maas und wird umgesetzt von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung und der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ).

Kategorien: Allgemein

2 Kommentare

«Recordar para el presente» – Proyecto del III°C 2019 fue destacado en Alemania | Colegio Aleman de Valparaíso · 14. April 2020 um 0:32

El trabajo de los alumnos fue recientemente mencionado de manera especial en el sitio web sobre esta iniciativa en Alemania

Erinnern für die Gegenwart: Schülerprojekt augezeichnet – Colegio Alemán · 30. Juli 2020 um 23:51

[…] Gedenktag zur demokratischen Kultur […]

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