Die Schülerinnen und Schüler des Projekts „Prag – Begegnungs- oder Konfliktort der Kulturen?“ haben sich in ihrer Stadt auf eine filmische Spurensuche begeben.

Ein Beitrag von Klara Hoskova, projektleitende Lehrkraft an der Deutschen Schule Prag.

Seit 1990 gibt es nun die Deutsche Schule Prag, doch ist die gemeinsame Geschichte von Deutschen und Tschechen in der Stadt wesentlich älter als nur diese 30 Jahre – vor allem ist sie außerordentlich vielschichtig und zugleich eng verwoben mit der Geschichte von Pragern mit jüdischer und Roma-Identität.

Im Rahmen des Projektes begeben wir uns filmisch auf Spuren dieser komplexen Geschichte, treffen Menschen, die den Holcaust überlebt haben, Menschen, die sich mit der Aufarbeitung der dunklen Kapitel der deutsch-tschechischen Geschichte auseinandersetzen, Menschen, die sich für eine bessere Anerkennung der Roma-Minderheit und ein aufgeklärtes, partnerschaftliches Miteinander einsetzen. So lernen wir unsere Stadt und ihre Umgebung aus einer neuen Perspektive kennen und haben Begegnungen, die uns zu tiefer Reflexion anregen – nicht nur über die Vergangenheit, sondern vor allem auch über die Situation heute.


Das Projekt wird gefördert im Rahmen des Wettbewerbs „Erinnern für die Gegenwart“. Deutsche Auslandsschulen und Deutsch-Profil-Schulen setzen sich mit ihrer Schulgeschichte und dem historischen Umfeld der Schule auseinander. Wie hat man sich verhalten gegenüber Kolonialismus, Nationalsozialismus, Diktatur oder Menschenfeindlichkeit? Ziel ist, Erinnerungskultur, Toleranz und Demokratieverständnis zu stärken und auch auf heutige Formen der Diskriminierung aufmerksam zu machen. Schülerinnen und Schüler sind an der Projektentwicklung zentral beteiligt.

„Erinnern für die Gegenwart“ ist eine Initiative von Bundesaußenminister Heiko Maas und wird umgesetzt von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung und der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ).

Kategorien: Allgemein

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